Allgemeinchirurgie
Urologie
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Hydrocele
Die Hydrocele des Hodens, auch Wasserbruch genannt, ist eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung zwischen den Hodenhüllen im Hodensack. Diese Flüssigkeitsansammlung kann verschiedene Ursachen haben.
Während der Embryonalentwicklung werden die Hoden unterhalb der Niere angelegt. Sie wandern kurz vor oder nach der Geburt durch die Leistenkanäle in den Hodensack. Aus einer Bauchfellfalte bilden sich die inneren Hodenhüllen, die den Hoden umgeben. Sie bilden eine Verschiebeschicht, die normalerweise mit einer geringen Flüssigkeitsmenge gefüllt ist und während des gesamten Lebens bestehen bleibt. Eine ungewöhnlich große Flüssigkeitsmenge in den inneren Hodenhüllen nennt man Hydrocele.
Bei Säuglingen bilden sich diese Befunde oft in den ersten Lebensmonaten vollständig zurück. Bleibt der Befund über das erste Lebensjahr hinaus bestehen, wird man die offene Verbindung in Richtung Bauchfell operativ verschließen. Dazu muss ein Schnitt in der Leiste gemacht, die offene Bauchfellspalte freigelegt und in Richtung Bauchfell verschlossen werden.
Entsteht bei Erwachsenen eine Hydrocele, ist die Bauchfellfalte im Bereich der Leiste zwar verschlossen, es gibt jedoch ein Missverhältnis zwischen der Bildung der -normalerweise geringen- Menge an Flüssigkeit zwischen den Hodenhüllen und deren Wiederaufnahme. Die Hydrocele kann ohne erkennbaren Grund entstehen oder als Folge einer weiteren Erkrankung des Hodens auftreten, z.B. bei Entzündungen, Tumoren oder Hodenverdrehungen.
Die Hydrozele eines Erwachsenen kann vom Hodensack aus operiert werden. Hierbei werden die Hodenhüllen eröffnet, um die Flüssigkeit zu entfernen. Dann werden die Hodenhüllen nach hinten umgeschlagen und entfernt oder gerafft. Die Entfernung der Hodenhüllen bringt keinen Nachteil mit sich.
Das Risiko bei der Operation besteht hauptsächlich in einer möglichen Blutung oder Schwellung, vor allem, wenn Entzündungen oder Punktionen vorausgegangenen sind. Selten kommt es zum erneuten Auftreten von Hydrozelen. Zu Hause sollte man sich schonen und den Hoden noch einige Tage hoch lagern, um Schwellungen zu vermeiden.
Wenn man Hydrozelen nur punktiert, also hineinsticht, damit die Flüssigkeit abfließen kann, bilden sie sich meist sehr schnell erneut. Von Sklerosierungen (Einbringen von Substanzen zur Verödung) im Rahmen von Punktionen wird abgeraten, da die Hodenhüllen verschwielen. Bei jedem erneuten Auftreten (Rezidiv) gestaltet sich die Operation schwieriger. Bei jeder Punktion besteht außerdem eine Infektionsgefahr.
Liegt eine Begleithydrozele, also ein Wasserbruch des Hodens im Rahmen einer anderen Erkrankung vor, sollte zunächst die Grundkrankheit behandelt werden.